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26.04.2010

Homosexuelle wollen in das Standesamt.
Demonstration am vergangenen Samstag in Karlsruhe

Bei strahlendem Wetter zogen am Samstag etwa 300 Homosexuelle und ihre Sympathisanten durch die Karlsruher Innenstadt, um für die Öffnung der Trausäle zur Eintragung ihrer Partnerschaften zu demonstrieren.

Auslöser der Demonstration war eine Gemeinderatssitzung von Ende Januar, in der sich eine klare Mehrheit der Räte für eine Öffnung des sog. "Haus Solms" auch für die Beurkundung Eingetragener Partnerschaften aussprach, Oberbürgemeister Fenrich (CDU) aber nach der Debatte die Abstimmung aus formalen Gründen verhinderte. Anders als seine Kollegen anderer baden-württembergischer Städte wie etwa Stuttgart oder Mannheim führt er landesrechtliche Gründe gegen die Standesamtsöffnung an.

Die Organisatoren betonten aber , dieser konkrete Anlaß sei nur ein Aufhänger, auf die noch immer auf vielfache Weise vorhandene Diskriminierung von Lesben und Schwulen aufmerksam zu machen.

In der Abschlußkundgebung berichtete Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke), seine Fraktion habe gegen das Verhalten von Herrn Fenrich Widerspruch beim Regierungspräsidium eingelegt und werde zusammen mit den anderen Antragstellern (Die Grünen, Freie Wähler) den Antrag im Herbst erneut einbringen in der Überzeugung, dann eine Beschlußfassung herbeiführen zu können. Weiter sprachen auf der Abschlußkundgebung Vertreter der ausrichtenden Gruppierungen "Schwung - Schwule Bewegung Karlsruhe e.V.", "Queerbeet Hochschulgruppe" und "Rosarauschen - schwules Radio für Karlsruhe" sowie ein Vertreter des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD), und je ein Vertreter der Grünen, der Freien Wähler, der SPD, der FDP und der Piratenpartei.